TAVLA – ALLTAG UND PFLEGE IN SENIORENEINRICHTUNGEN DIGITALISIEREN

Das junge Unternehmen TAVLA ver­bannt schwarze Bretter und Aushän­ge aus Senioreneinrichtungen. Denn es hat ein Produkt entwickelt, das den ana­logen Blätterwald ersetzt.

Das TAVLA System – Einfache Interaktion per Touch und Sprache

Speisepläne, Ver­anstaltungskalender, Fotos und Eindrücke von Ausflügen – das alles bieten die Geräte von TAVLA digital an. In den Foyers der Ein­richtungen installiert das Team dazu seine Geräte KIOSK und HUB: große Bildschirme, die auf Touch oder auf Sprachbefehle re­agieren.

»Wir haben lange an der Techno­logie gefeilt, damit sie einfach zu bedienen ist und niemand Berührungsängste haben muss«, sagt Martin Petzold, der TAVLA mit­begründet hat. Mittlerweile ist das System in über zehn Einrichtungen deutschland­weit im Einsatz.

Begonnen hat alles 2015, als Petzold ein EXIST­ Gründungsstipendium des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie beantragte. Zuvor hatte er an der Wirt­schafts­ und Sozialwissenschaftlichen Fa­kultät Wirtschaftsinformatik studiert und arbeitet derzeit an seiner Promotion.

»Ohne das GATEWAY hätten wir es nicht dahin ge­schafft, wo wir heute sind«, meint Petzold im Rückblick. Nicht nur half GATEWAY­Geschäftsführer Marc Kley beim Antrag, auch der Austausch mit anderen Gründern und Gründerinnen war für die junge Firma sehr hilfreich. 2016 ging es dann richtig los: mittlerweile hatte Petzold ein kleines Team zusammen, das in den GATEWAY­ Büros an einem Prototyp für die Software tüftelte.

Am Anfang brauchte das Team einen langen Atem: Die Entwicklung der kompli­zierten Technologie dauerte und der Markt entwickelt sich langsam. Denn Seniorenein­richtungen stellen erst nach und nach auf digitale Systeme um. Das Team erwartet für 2019 den Durchbruch: einen Wachstums­sprung von mindestens 200 Prozent.

TAVLA hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf am Markt erarbeitet. Seine Kom­bination von Touch­ und Sprachbedienung ist bisher einzigartig. Gerade entwickelt das Team das Gerät TOUCH, ein Assistenzgerät zur Wandmon­tage, das in Einrichtungen für betreutes Wohnen zum Einsatz kommen soll. Die Geräte sind in jedem Zimmer montiert und erkennen auch verbale Hilferufe oder einen Sturz. Und die Fachkräfte in den Ein­richtungen können die gesamte Pflegedokumentation an den Bildschirmen er­ledigen – je nach Vorliebe per Sprache oder Touch.

Mittlerweile interessieren sich auch Kunden in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Polen für die Geräte von TAVLA. Der lange Atem hat sich also gelohnt.

Artikel: Uni Magazin – Mai 2019
JÜRGEN REES, ROBERT HAHN UND EVA SCHISSLER