Tagxter

Teamname: Tagxter
Branche: IT-Service
Gründungsjahr: 2015
Gründer: Marius Mülder, Fabian Rühle, Andreas Zerber
Website:tagxter.com

„Wir wollen der europäische Standard werden.“

Marius Mülder von Tagxter erstellt Navigations-Apps für Firmengelände

„Wo geht’s lang?“- „Warte, ich schaue mal auf GoogleMaps….“ Solche Dialoge finden unzählige Male am Tag statt. Wir sind es seit langem gewohnt, von Apps und Navigationsgeräten auf den Weg gebracht zu werden. Ohne sie wären wir desorientiert und verloren. Aber genau das passiert schnell, wenn man sich außerhalb des öffentlichen Raumes bewegt – zum Beispiel auf Privat- oder Firmengelände. Diese werden bestenfalls unvollständig in GoogleMaps oder anderer Software erfasst – es sind buchstäblich weiße Flecken auf digitalen Karten.

Navigationsstandard für Privat- und Firmengebäude

Das Startup Tagxter aus Köln verspricht Abhilfe. Das junge Unternehmen bietet Navigationssoftware für Privat- und Geschäftshäuser an und möchte die Standardlösung für Deutschland und Europa werden. Mit der Site Guide Navigation App oder einer firmeneigenen Tagxter App können Besucher, Lieferanten oder Mitarbeiter vom Tor zu ihrem Ziel (z.B. Gebäudeeingang) geführt werden – ob zu Fuß, mit dem Auto oder LKW. Baustellen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, besondere Verkehrsregeln und andere besondere Baustellenanforderungen werden berücksichtigt. Die Navigation ist in 19 Sprachen verfügbar. Es wird bereits in Chemieparks, großen Unternehmensstandorten, Kliniken, Universitäten und Kulturinstitutionen eingesetzt.
 
„Früher gab es nur Insellösungen. Einige Unternehmen haben ihre eigenen Apps entwickeln lassen, aber das sind alles individuelle Lösungen auf verschiedenen Ebenen“, erklärt Marius Mülder, Mitbegründer von Tagxter. „Dementsprechend gibt es in diesem Bereich noch keine Standards – und genau hier kommen unsere Produkte ins Spiel. Das bedeutet, dass nicht jeder Site-Betreiber das Rad neu erfinden muss und der Benutzer mit einer einzigen App durch alle unterstützten Seiten navigieren kann.“

Geschäftsidee kam durch Zufall

Marius Mülder kam 2012 mit dem Master-Abschluss Wirtschaftsinformatik an die Universität zu Köln. An der Universität lernte er schnell drei weitere Studenten der Wirtschaftsinformatik kennen, die ebenfalls frisch von der Universität kamen: Fabian Rühle, Andreas Zerbes und Norman Christ. Die vier verstanden sich gut, besuchten die gleichen Vorträge über Unternehmertum und wollten sich selbstständig machen.
   
Wie Marius Mülder sich erinnert, „ist unsere Geschäftsidee durch Zufall entstanden. „Es ist nicht einfach, sich an der Universität zurechtzufinden. Alles ist weit auseinander, es ist leicht, sich zu verlaufen. Da die Universität Köln zur Hälfte öffentlich zugänglich ist, können Sie sich bis zu einem gewissen Grad mit GoogleMaps begnügen. „Aber es gibt immer noch keine kleineren Wege, Flächen und Zugänge oder Gebäudenummern“, sagt Mülder. „Als Business IT-Spezialisten wussten wir, dass wir dafür eine Softwarelösung entwickeln können.

Unterstützung durch ein EXIST-Stipendium

Die Gründer verfolgten ihre Idee weiter und wurden bald auf die Angebote des GATEWAY Gründungsservice aufmerksam. Mit Unterstützung des GATEWAY arbeiteten sie 2015 einen Antrag für ein EXIST-Gründerstipendium aus, der Erfolg hatte. Dadurch war das Gründerteam ein Jahr lang finanziell abgesichert und konnte Tagxter vorantreiben. „Ohne das Stipendium und Infrastruktur vom GATEWAY hätten wir uns nicht selbständig machen können“, erinnert sich Marius Mülder, „im GATEWAY hatten wir einen festen Arbeitsort für uns als Team, konnten Besprechungsräume nutzen und immer wieder die Gründungsberater um Rat fragen“. Auch der Austausch mit anderen Startup-Teams über deren Höhen und Tiefen, motivierte die Tagxter-Gründer: „Die GATEWAY-Atmosphäre macht Lust, sich reinzuhängen.“
In dieser Zeit haben die Gründer auch ihr Geschäftsmodell verändert. Zunächst war eine Navigation auch für Innenräume geplant, die sich direkt an Endkunden wendet. Von B2C schwenkten sie dann auf B2B um, fokussieren sich also auf Geschäftspartner und befassen sich zudem nur mit Außengeländen.

Henkel war einer der ersten Kunden

Nach Ablauf des Stipendiums war zunächst Geduld nötig, bis das erste eigene Geld verdient werden konnte. „Von der ersten Vorstellung bei einem potentiellen Kunden bis zum unterschriebenen Vertrag können einige Monate vergehen. Das ist ein langer Prozess, den wir anfangs unterschätzt hatten“, gibt Mülder offen zu. Zum Glück glaubte das Gründerteam an seine Idee und hielt zusammen. Sie setzten vorübergehend private Rücklagen ein, um die Durststrecke zu überstehen.
 
Ihre Geduld hat sich ausgezahlt. Schritt für Schritt konnten Firmen gewonnen und große Aufträge erledigt werden. Das DAX-Unternehmen Henkel aus Düsseldorf und der Landschaftsverband Rheinland gehörten zu den ersten Kunden. Bald folgten u. a. mit dem Chemiepark Knapsack, der Uniklinik, der Universität zu Köln und ArcelorMittal aus Eisenhüttenstadt weitere Projekte. „Es sind ganz unterschiedliche Geländearten, das ist jedes Mal eine Herausforderung, die Spaß macht“, sagt Mülder.

Viele Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen

„Es gibt noch viele weitere Anwendungsgebiete für unsere Apps, das Potenzial ist noch lange nicht erschöpft“, betont Mülder. Derzeit arbeitet Tagxter  mit Speditionen zusammen, um die Nutzung im Bereich der LKW-Navigation weiter voranzutreiben. „Wir haben Pläne und erste Pilotprojekte für den Einsatz auf Häfen bzw. Container-Terminals – und noch viele weitere Ideen.“

 
Tagxter – Digitale Lösungen für Ihr Gelände
www.tagxter.com