Sechs gute Gründe, wieso ihr an Gründungswettbewerben teilnehmen solltet!

Christoph-Zacharias-mit-Team-Insecubator
Die Insektenjungs gewannen beim hgnc Ideenwettbewerb 2015 den Sonderpreis „Soziale Innovation und Nachhaltigkeit“, der unter der Schirmherrschaft von Christoph Zacharias (links) stand.

Viele Start-ups scheuen noch die Teilnahme an Gründungswettbewerben. Zu Unrecht.
Ja, natürlich machen diese Wettbewerbe ein wenig Arbeit. Aber es ist Arbeit, die ohnehin gemacht werden muss, denn um einen Businessplan kommt ihr beispielsweise einfach nicht herum.
Noch nicht überzeugt? Dann folgen hier noch sechs weitere gute Gründe!

 

fabian stuertz 2014.11.12-uni-koeln-0140

1. Empirische Untersuchungen an der TU Berlin belegen die Effizienz von Gründungswettbewerben.
Kommen wir zuerst zu den wissenschaftlich belegten Fakten. TU Berlin-Absolvent Andreas Dippe befragte insgesamt 93 ehemalige Teilnehmer an fünf deutschen Gründungswettbewerben im Rahmen seiner Diplomarbeit am Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Über 30 Prozent der Befragten, die aus den Bereichen Forschung und Entwicklung ihre Ideen entwickelten, wagten erst durch die Wettbewerbsteilnahme den Schritt in die Selbstständigkeit. Gleichzeitig wagten nur vier bis fünf Prozent der Start-ups, die keine Wettbewerbserfahrung sammelten, den abschließenden Schritt in die Gründung.

 

2. Unabhängige Bewertung der eigenen Geschäftsidee
GründerInnen bekommen während ihrer Gründungsvorhaben von vielen verschiedenen Seiten Feedback – sei es von Familie, Freunden oder Gründungszentren. Vieles davon ist allerdings nicht immer objektiv, beziehungsweise, wenn es von Mutti kommt, vor allem lieb gemeint. Gründungswettbewerbe allerdings geben eine unhabhängige Bewertung ab, die von ExpertInnen verschiedener gründungsrelevanter Bereiche entwickelt wird. Gleichzeitig kann man auch erstes Feedback von direkten MitbewerberInnen bekommen. Damit erhält man neben hilfreichen Tipps auch einen Eindruck davon, ob man seine Idee verständlich präsentieren kann.

 

fabian stuertz 2014.11.12-uni-koeln-0022

3. Realitätscheck
Start-ups sind anfangs ein wenig wie Planspiele, bei denen vieles auf dem Papier passiert, aber noch nichts am realen Markt. Gründungswettbewerbe sind eine gute Möglichkeit, sein Start-up einem ersten Realitätscheck zu unterziehen, der sich neben der unabhängigen Bewertung auch aus Pitcherfahrungen („Kann ich meine Idee überhaupt in wenigen Minuten verständlich darstellen?“), einem direkten Vergleich mit der Konkurrenz und ersten Investorengesprächen zusammensetzen kann. Zum realen Markteintritt ist es dann meist noch ein weiter Weg, aber dennoch stellen Gründungswettbewerbe eine erste Feuerprobe dar, in der Ideen oder auch Geschäftsmodelle auf ihre Markttauglichkeit geprüft werden.

 

4. Gewinn des ausgeschriebenen Preisgeldes bzw. der ausgeschriebenen Sachpreise
Preisgelder und Sachpreise sind natürlich kein irrelevanter Antrieb, an Gründungswettbewerben teilzunehmen. Je nach Höhe können sie die erste Gründungsphase finanziell erheblich erleichtern – sie dienen also als erstes Startkapital. Aber auch Sachpreise wie Ausstattung, Mentoring, Fortbildungen oder privates Coaching sind nicht zu verachtende Gewinne, die helfen, die eigene Geschäftsidee weiterzuentwickeln, das erste eigene Büro einzurichten oder sich mittelfristig auf die Unterstütztung verschiedener ExpertInnen verlassen zu können.

 

5. Netzwerk
Mentoring und Coaching sind nicht nur als Sachpreise beliebt, sie haben neben ihrem direkten Einfluss auf die Ideenentwicklung auch den langfristigen Effekt der Netzwerkbildung. Dieses setzt sich natürlich nicht nur aus ExpertInnen zusammen, sondern auch aus GründerInnen, die man auf den Veranstaltungen und Preisverleihungen trifft und die ebenfalls Feedback und Hilfestellungen geben können, wobei sie als Entrepreneure einen anderen Blickwinkel als den der Mentoren einnehmen können und vielleicht sogar schon einmal mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hatten.

 

fabian-stuertz-2014.12.02-uni-koeln-0364

6. Erste Presseerfahrungen
Zumindest Fachzeitungen und -websites berichten von Gründungswettbewerben und sind mit BerichterstatterInnen direkt vor Ort. GründerInnen können so erste Presse- und Interviewerfahrungen sammeln: Wie gehe ich auch mit unangenehmen Fragen um? Wie erkläre ich meine Idee, ohne zu viel zu verraten? Auch bekommen junge Start-ups so die Möglichkeit, früh erste Presseberichte über sich auf ihrer Homepage zu versammeln, die den Bekanntheitsgrad erweitern und zu neuen Netzwerkverbindungen und Bekanntschaften führen können.

 

Auch im GATEWAY betreuen wir Start-ups, die bereits an Gründungswettbewerben teilgenommen haben. Wir haben sie gefragt, was es ihnen gebracht hat.

TAGXTER: „Wir haben bei unseren Teilnahmen vor allem hilfreiches Feedback erhalten, dass sich auf der einen Seite auf die Entwicklung unserer Geschäftsidee ausgewirkt und auf der anderen Seite eine große Hilfe bei der Formulierung unserer EXIST-Förderantrags war, der schlussendlich sehr positiv bewertet wurde.“

Insektenjungs: „Die Teilnahme an Gründungswettbewerben sorgt dafür, dass man seine wirren Ideen so reduziert und verbalisiert, dass sie dem Urteil Dritter standhalten. Am Ende erhält man so selbst ein klareres Bild von dem was man vor hat und wie man es umsetzen kann.“

Ihr seid immer noch nicht überzeugt? Dann müsst ihr es wohl einfach selbst einmal ausprobieren!