LOLOCO – STEMPELKARTE IN DIGITAL

»Unser Ziel ist, Big Data in den lokalen Handel zu brin­gen«, erklärt Fritz Fried von LOLOCO.

Die Idee des Start­ups besteht darin, die Technologie von Payback­Karten für kleine Händler verfügbar zu machen. »Das ist eine Digitale Stempelkarte für das Geschäft um die Ecke: das Café, der Bäcker, der Gemüsehändler«, sagt Fried, der das Unternehmen mit begründet hat.

LOLOCO versteht sich als eine umfassende online und offline Marketingplattform für kleine Gastronomien, Händler und Dienstleister. Die verfügen nämlich nicht über das Netz­werk eines Franchises und damit über die großen Technologien. LOLOCO eröffnet diesen Händlern einen digitalen Kanal zu ihren Endkunden.

»Das funktioniert so, dass wir ein Bonus­punktesystem errichten, ungefähr wie eine ›Stempelkarte in digital‹. Nutzerinnen und Nutzer verfügen über eine Karte oder eine App mit QR­Code, die sie jedes Mal beim Einkaufen einscannt. Sie können beim Händler dann Punkte einscannen, LoloCoins, und wenn sie eine bestimmte Punktzahl erreicht haben, kön­nen sie diese LoloCoins gegen Prämien oder Rabatte einlösen.«

Für den Händler ist das System attraktiv, weil er zum ersten Mal über die gleichen Möglichkeiten wie die großen Ketten und Franchise­Unternehmen verfügt: Er kann Gutscheine, Rabatte oder Gewinnspie­le bei sich einstellen, um die Kundenbin­dung zu fördern. Außerdem kann er durch die Daten mehr über seine Kunden und Kundinnen erfahren und sie gezielter an­sprechen: zum Geburtstag zum Beispiel.

»Der kleine lokale Händler kann mit LOLOCO ganz neue Möglichkeiten der digitalen Analyse erreichen«, sagt Fried. »Dabei braucht er kein technisches Know­how, das haben wir. Die Bedienung ist für ihn einfach und intuitiv.«

LOLOCO ist aus einem Studentenprojekt in der Wirtschaftsinformatik entstanden. Das Kernteam besteht aus drei Absolventen dieses Fachs: Malte Hendricks, Rasit Güven, Fritz Fried. Dazu kamen zwei Partner aus der Wirtschaft: Sebastian Kleinschmager und Malte Lantin. »Wir wurden relativ zufällig zusammen­gewürfelt, als wir ein Projekt zusammen mit Experten von Unternehmen bearbeiten sollten. Bei uns war das Microsoft«, erinnert sich Fried.

Malte Lantin von Microsoft hatte dann die Idee für eine digitale Stempelkarte. Die Gruppe entwickelte aus dieser Idee dann das Konzept von LOLOCO. »Wir dach­ten uns: Das hat Potential – warum machen wir da kein Business draus? Lasst uns ein Start­up gründen.«

Nach dem Studienende im Sommer 2018 begannen die Gründer das Projekt anzugehen. Im GATEWAY Gründungsservice bekamen sie einen Bü­ro­platz. »Malte Hendricks und ich arbei­ten dort jetzt Vollzeit daran«, sagt Fried. »Für uns war es ein großes Glück, durch GATEWAY ein richtiges Netzwerk zu be­kommen.«Im April 2019 wird das Start­up in die Pilot phase in Köln­Longerich gehen. LOLOCO hat dort ein Netzwerk aus 15 Händlern aufgebaut, die kostenlosen Zu­gang zur Technologie erhalten. Nach der Testphase sollen dann neue Geschäfte zu zahlenden Kunden werden. Für die Konsu­menten ist die Nutzung immer kostenlos.

Zwei Dinge möchte Fried angehenden Gründern und Gründerinnen ans Herz legen. Erstens: Man sollte für die Idee brennen. Und zweitens: Das Team ist wichtig, die Mitglieder müssen sich ergänzen.

Artikel: Uni Magazin – Mai 2019
JÜRGEN REES, ROBERT HAHN UND EVA SCHISSLER