GOFLUX – IN SEKUNDEN EINE MITFAHR- GELEGENHEIT FINDEN


v.l.n.r.: Firmengründer Nils Kittel, Wolfram Uerlich und Dennis Pütz

Dass Öffentliche Verkehrsmittel so manche Gründerinnen und Grün­der auf gute Ideen bringen, zeigt goFLUX. Das junge Unternehmen orga­nisiert Mitfahrgelegenheiten auf kurzen Strecken innerhalb des Stadtgebietes.

Das Start­up von Wolfram Uerlich, Nitesh Singh, Nils Kittel und Dennis Pütz verdankt seine Existenz einer Beobachtung von Uerlich während seines Studiums: »Ich musste wieder mal den Bus Richtung Ehrenfeld nehmen, die 142. Der war wie häufig total überfüllt. Als ich einstieg habe ich gesehen, wie gleichzeitig unglaublich viele Autos vorbeifuhren, die aber alle nur mit einer, maximal zwei Personen besetzt waren.« Da fragte sich der BWL ­Student und Nutzer von Mitfahrgelegenheiten auf langen Strecken, warum das nicht auch auf kurzen Strecken funktionieren sollte.

Die Idee ging ihm nicht mehr aus dem Kopf: Könnte man nicht eine App entwi­ckeln, die Fahrgäste und Fahrer innerhalb Kölns zusammenbringt? Und wie müsste der dahinterstehende Algorithmus ausse­hen? Glücklicherweise wohnte Uerlich in ei­ner Studenten ­WG mit Nitesh Singh zusam­men. In Gesprächen mit dem Informatiker wurde ihm klar, dass das System funktio­nieren kann. Das war im Spätsommer 2017. Da waren die erforderlichen Technologien gerade zur Marktreife gelangt und verfüg­bar. Der Informatiker stieg in das Projekt mit ein.

Die Idee hinter goFLUX ist einfach: Das »Date« zwischen Fahrer und Mitfahrer kommt über eine App zustande. »Man kann innerhalb weniger Sekunden seine Mitfahr­gelegenheit finden«, sagt Uerlich. Der Fah­rer gibt seine Fahrtstrecke an und der Kunde seinen Standort und sein Ziel. Der Treff­punkt wird dann automatisiert durch die Software festgelegt. Am Ende des Monats wird das Geld für den Fahrer vom Konto des Kunden abgebucht.

Im Moment wird das System in einem Pilotprojekt zusammen mit der Hochschu­le Bonn­Rhein­Sieg erprobt. Mit dem ers­ten Erfolg ist Uerlich sehr zufrieden. »Das Interesse ist da und die App funktioniert«, sagt er. Nun will das Team die App großen Arbeitgebern anbieten, Verhandlungen mit ersten Interessenten laufen bereits. goFLUX hat sich das Ziel gesetzt, die App für jeden Menschen in der Region Köln/Bonn/Düssel­dorf zugänglich zu machen.

»Die Erfahrungen mit GATEWAY waren von A bis Z sehr positiv«, resümiert Uerlich. »Im Herbst 2017 gab es die ersten Kontak­te und im Januar sind wir dann schon ins GATEWAY eingezogen. Damals noch zu zweit, heute mit deutlich größerem Team.«

Neben den vier Gründern hat goFLUX jetzt auch vier Angestellte. Uerlichs Tipps an zu­künftige Gründerinnen und Gründer: »Man sollte seine Idee möglichst schnell live tes­ten. Dann fallen einem Sachen auf, die man übersehen hat. Und man sollte die vielen Möglichkeiten nutzen, sich ein Netzwerk aufzubauen und mit seinen Kontakten über seine Idee sprechen.«

Artikel: Uni Magazin – Mai 2019
JÜRGEN REES, ROBERT HAHN UND EVA SCHISSLER