Das GATEWAY im Uni Magazin: GRÜNDEN – ABER WIE?

Gute Geschäftsideen unterstützt der GATEWAY Gründungsservice der Universität zu Köln jetzt schon. In Zukunft soll der Service ausgebaut, das Lehrangebot erhöht und ein Gründungszentrum gebaut werden.

Die Freude war beim Team des GATEWAY Grün­dungsservice der Universität zu Köln riesig: Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digi­talisierung und Energie des Landes NRW in Düsseldorf hatte Anfang des Jahres die Universität zu Köln mit ihrer Bewerbung als »Exzellenz Startup Center.NRW« aus­gewählt. Damit kann sie in den kommenden fünf Jah­ren mit einer Förderung von 25 Millionen Euro rechnen.

»Das ist ein toller Erfolg, den wir gemeinsam erzielt haben«, freute sich Professor Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln. »Jetzt können wir den nächsten großen Schritt bei Gründung und Innovation gehen.« Die nächsten großen Schritte hat die Universität schon geplant: Mit dem GATEWAY Gründungsserviceder Universität zu Köln verfolgt die Hochschule zwar bereits erfolgreich das Ziel, die Anzahl der Gründungen deutlich zu erhöhen. So ist die Uni Köln im Start­up ­Mo­nitor 2018, einer Befragung der jungen Branche durch den Bundesverband Deutsche Startups, zum ersten Mal unter den Top Ten gelistet. Doch das unternehmerische Potenzial von rund 50.000 Studierenden und mehr als 5.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Uni Köln ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Gerade einmal ein Prozent werden überhaupt für die Themen Innovation und Unternehmertum sensibili­siert.

»Wir wollen in Zukunft auch die fachliche Vielfalt der Gründungsprojekte aus der Uni heraus steigern«, sagt Marc Kley, Geschäftsführer des GATEWAY Grün­dungsservice. So stehen unter anderem die Themen Life Sciences und Digitale Bildung aber auch die Forschungs­schwerpunkte der Exzellenzcluster im Fokus. Weiteres Ziel ist, universitätsweit eine Kultur des Unternehmer­tums zu schaffen und Studierende, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen umfassend für Data Science und Entrepreneurship zu sensibilisieren und qualifizieren.

Marc Kley – Geschäftsführer des GATEWAY

»Wir wollen die Zahl der Gründungen in den nächsten fünf Jahren um den Faktor fünf bis zehn erhöhen«, gibt Kley das ehrgeizige Ziel aus. Ein Unternehmen zu gründen soll dafür über alle Fächer hinweg viel stärker in das Blickfeld von For­schern und Forscherinnen, Studierenden und Lehren­den rücken. »Es soll schick sein, ein Start­up auf die Beine zu stellen«, sagt Kley. Denn die Ergebnisse des Start­up­ Monitors 2018 zeigten auch, dass die meis­ten Gründerinnen und Gründer fachlich vor allem aus zwei großen Blöcken stammen: Jeweils rund 41 Prozent kommen aus den Wirtschaftswissenschaften und den MINT­Fächern, also Mathematik, Ingenieur­ und Natur­wissenschaften sowie Technik. Allerdings hat die erste Gruppe mit Herkunft aus der Betriebswirtschaftslehre, der Volkswirtschafts lehre oder Ähnlichem um vier Pro­zentpunkte zugenommen, die zweite um sechs Prozent­punkte abgenommen. Die MINT­ Fächer schwächeln also etwas.

Die Durchleuchtung der deutschen Start­up­Szene ergab außerdem, dass der Mythos vom Gründer in der Garage, der wie Bill Gates mit abgebrochenem Studi­um ein globales Unternehmen à la Microsoft auf die Beine stellt, eher die Ausnahme ist: Ein Hochschul­abschluss gehört zum Gründen meist dazu: 25 Prozent der Gründer innen und Gründer haben einen Master­Abschluss, nur etwas weniger, 23,9 Prozent, ein Diplom, 19 Prozent einen Bachelor und rund 13 Prozent sind promoviert.

Damit die Vielfalt der Start­up ­Szene bunter wird, hat der GATEWAY Gründungsservice in den nächsten fünf Jahren jede Menge Pfeile im Köcher:

  • Um die Studierenden für Unternehmertum zu sen­sibilisieren will die Uni grundständige Lehrangebote schrittweise ausbauen. Bis zu acht Professuren sollen an vier Fakultäten aufgebaut werden. Sie werden vor allem Data Science und Entrepreneurship ­Kompeten­zen vermitteln und zugleich die Möglichkeiten des Transfers in die praktische Anwendung aufzeigen.
  • Das Beratungsangebot für gründungsinteressierte Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler sowie das Transferscouting, also zur Frage der Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis, soll aus gebaut werden.
  • Die Uni Köln kann die notwendige räumliche Infra­struktur, ein neues Innovations­ und Gründungs­zentrum, das Teil des Exzellenz Startup Center.NRW (ESC) GATEWAY wird, aus eigener Kraft bereitstellen. Durch eine Spende stehen dafür 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Schon heute gibt es Erfolgsgeschichten von innovativen Gründerinnen und Gründern. Lesen Sie auf den folgen­den Seiten über fünf Start­ups aus unterschiedlichen Reifegraden. Sie haben den Sprung in die schwarzen Zahlen bereits geschafft, feilen noch an ihrem Konzept oder denken über Möglichkeiten nach, ihr originelles Produkt an den Mann und an die Frau zu bringen:

Artikel: Uni Magazin – Mai 2019
JÜRGEN REES, ROBERT HAHN UND EVA SCHISSLER

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Veröffentlicht am